Last-Minute oder Frühbucher: was ist besser?

Last-Minute oder Frühbucher: was ist besser?

Die Tage werden grauer, ungemütlicher und kälter. Wer träumt da nicht wieder vom nächsten Sommerurlaub mit Strand, Sonne und Meer? Auch überschlägt sich die Werbung gerade überall: Frühbucherrabatte! Bis zu 30 Prozent Rabatt für das blaue Meer hier bis zu 50 Prozent Rabatt für den Traumstrand dort. Diese Frühbucherrabatte erhält aber nur derjenige, der bis zu einem bestimmten Datum bucht. Doch lohnen die sich die Angebote wirklich?

Wer eine Reise tun will, hat die Qual der Wahl zwischen zwei Sparmöglichkeiten: Frühbucher oder Last-Minute-Rabatte, dazwischen bietet die Reisebranche so gut wie nichts. Denn auch das Interesse der Urlauber dazwischen ist sehr gering. Etwa 40 Prozent der Reisen werden entweder ganz früh oder ganz spät gebucht, schätzen Experten. Daher konzentriert sich die Reisebranche auch auf diese beiden Bereiche.

Woher die Rabatte für Frühbucher kommen:

Der frühe Vogel bekommt den Wurm? Nicht immer. Aber wer früh bucht, hat einen unschlagbaren Vorteil: Planungssicherheit. Das betrifft sowohl den Frühbucher als auch das Reisebüro. Für die Traumreise sind noch die gewünschte Daten frei, genug Kapazität im Hotel und auch die Flugzeiten können passend ausgesucht werden. Gerade für Familien mit Kindern ist dieser Umstand sehr wichtig. Sie sind an Ferienzeiten gebunden. Bei der Auszeit einmal im Jahr sollte es auch unbedingt ein kinderfreundliches Hotel sein und der Flieger sollte bitte nicht mitten in der Nacht abheben – sonst wird der Urlaubsstart gleich zu stressig, weil die Kinder noch müde sind.

Da auch die Reiseanbieter mit dieser Planungssicherheit arbeiten, versuchen sie die Urlauber durch die Frühbuchrabatte zum zeitigen Buchen zu locken. Die Höhe der Rabatte hängt jedoch vom Reiseziel, Reisezeit und Anbieter ab. Bis zu 30 oder bis zu 50 Prozent versprechen sie. Ein beliebtes Reiseziel wird eher weniger Nachlässe im Preis anbieten, als ein eher selten gebuchtes Urlaubsland. Achten Sie auf das Kleingedruckte: es sei schon vorgekommen, dass eine Reise sich verteuerte, wenn sie länger als vier Monate vor Reisebeginn gebucht wurde, warnen Reiseratgeber. Bei frühem Buchen sollten Sie sich daher genau informieren, welche Rechte der Veranstalter hat. Eine Rücktrittversicherung macht in diesem System zwar den Preis letztendlich wieder etwas teurer, aber auch sehr viel Sinn. Auch rücken die Fristen immer weiter nach vorne. Vor einigen Jahren galt noch Ende April als Deadline für Frühbucher, heute ist eher der 31. Januar gültig.

Woher die Rabatte bei Last-Minute-Angeboten kommen:

Die Schnäppchenpreise für Kurzentschlossen sind oft Restposten – Kontingente, die bei den Reiseveranstaltern noch nicht zu hundert Prozent ausgeschöpft sind. Daher werden diese „kurz vor knapp“ zu den billigsten Preisen regelrecht rausgeschmissen – ähnlich dem Schlussverkauf im Einzelhandel, bei dem die Lager für die neue Saisonware dringend leer werden müssen. Wer sich diese Rabatte sichern will, muss allerdings sehr flexibel sein. Wunschzeitraum und Wunschort sind dann oft sich mehr verfügbar. Wer jedoch spontan reagieren kann, hat die Möglichkeit von Ersparnissen bis zu 60 Prozent. Doch es ist auch ein wenig Glücksspiel dabei, auf die Last-Minute-Angebote zu warten. Denn niemand kann voraus sagen, wie sich der Reisemarkt entwickelt. Die Wunschreise kann schon ausgebucht sein, die Alternative ist zwar billiger, aber sagt nicht zu. Kompromissbereitschaft muss der glückliche Last-Minute-Bucher unbedingt mitbringen. Dafür kann man „kurz vor knapp“ viel eher auf eine kostspielige Rücktrittversicherung verzichten.

Die Vorteile aus beiden Rabattsystemen nutzen!

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich beide Systeme zu nutzen machen. So kann beispielsweise eine Reise gebucht werden, bei denen die Frühbucherrabatte für Eltern mit einem Kinderfestpreis gelten, aber durch die Flexibilität in Abflugdatum und -ort die Schnäppchenpreise „kurz vor knapp“ genutzt werden können. Das wichtigste jedoch für den Urlauber ist: vergleichen! Schauen Sie sich mehrere Anbieter an, achten Sie auf die Details der Dienstleistungen wie Meer- oder Hofzimmer, Verpflegung und Transfer zum Flughafen. Denn der Urlaub, bei dem letztendlich der Urlauber unzufrieden ist, ist keinen Rabatt der Welt wert.

Das Fazit: Garantien gibt es nirgends. Genauso wenig, wie es den geschenkten Urlaub gibt. Eine mit Frühbucherrabatt gebuchte Reise kann im Lastminute-Angebot billiger auftauchen. Muss sie aber nicht. Besonders Urlauber, die Planungssicherheit brauchen, sollten lieber auf die frühen Rabatte ansprechen: Familien mit Kindern zum Beispiel, die nur zu gewissen Zeiten aufgrund der Schulpflicht reisen können. Ein gleichsam sparsames Angebot im Last-Minute-Bereich ist hier eher unwahrscheinlich. Für die Kurzfristigkeit sind besser alleinstehende Urlauber gemacht, die flexibel in der Reisezeit und im Reiseort sind. Selbständige Singles können im Last-Minute-Sektor regelrechte Schnäppchen machen. Wer die Möglichkeit hat, sollte beide Rabattsystem miteinander kombinieren, in dem er die Rahmendaten beispielsweise früh bucht, aber Details erst kurzfristig entschieden werden können.